YamYams-World

Meine Verbindung in die restliche Welt

Tanzende Chemiker!

Letzte Woche gab es leider keinen Beitrag, da ich am einzigen Abend, an dem ich Zeit gehabt hätte, einen zu schreiben, krank geworden bin. Ich habe mir so ein 24-Stunden-Ding eingefangen. Von Mittwoch 16 Uhr bis Donnerstag 16 Uhr ging es mir beschissen. Meine Gastmutter war so lieb und hat die Kinder am Donnerstagmorgen in die Schule gefahren, so dass ich ausschlafen konnte.

Wenden wir uns jetzt aber lieber interessanteren Themen zu – zum Beispiel den deutschen Austauschschülern. Der Austausch lief über Ryans Schule und meine Gastmutter hat sich bereit erklärt, gleich zwei Austauschschüler aufzunehmen – einen Jungen und eine Mädchen. Beide waren älter als mein Gastjunge und sind daher bereits schon in die zehnte Stufe gegangen. Die Beiden kannten sich übrigens untereinander, da sie natürlich zur selben Schule in Essen gingen.
Die Austauschschüler kamen an dem Tag an, an dem ich auf dem Planetshaker-Konzert war. Ich habe sie daher erst am Abend kennengelernt. Sie machten einen netten Eindruck.
Am nächsten Tag, der ein Montag war, ging es für die Teens schon direkt in die Schule. Ich glaube , die hat ihnen ganz gut gefallen. Es handelt sich aber ja auch um eine Privatschule, die nur um die 140 Schüler hat. Besonders das Mittagessen fanden sie toll, das mit dem Schulkantinen-Essen in Deutschland natürlich nicht zu vergleichen ist.
Nach der Schule haben wir nicht viel unternommen. Es war ja auch immer schon kurz vor Fünf. Abends hat mir das Mädchen meistens kochen geholfen. Dafür haben sich die Jungs ums Dessert und ums Aufräumen gekümmert. Das hat ganz gut funktioniert.

Angie hatte in dieser Woche übrigens Herbstferien. Manche Schulen scheinen das hier zu haben. In Arlington habe ich von Herbstferien nie etwas gehört. Aber dort fängt das Schuljahr ja auch erst im September an.
Am Mittwoch sind meine Gastmutter und Angie daher nach New York geflogen. Ich war nur froh, dass sie überhaupt ihren Flug erwischt haben. Wir sind nämlich später als geplant von zu Hause losgekommen.
Als meine Host Mom den Trip geplant und gebucht hatte, hatte sie total vergessen, dass die deutschen Schüler ja in diesem Zeitraum bei uns sind. Das hat die Sache etwas verkompliziert, da ich nicht alleine mit den Kindern über Nacht bleiben darf. In der ersten Nacht kam daher ein Freund der Familie zum Übernachten vorbei und die restlichen Nächte haben sie bei Ryans Vater verbracht.
Am Donnerstag hatte das Highschool-Soccer-Team von Ryans Schule ein wichtiges Spiel. Daher sind wir länger an der Schule geblieben und haben zugeschaut. Es gab auch Verpflegung und daher musste ich an diesem Abend einmal nicht kochen. Stattdessen sind wir im Anschluss zu einem Frozen Yogurt Laden gefahren. Den Frozen Yogurt fanden die Teens auch richtig gut. Anschließend ging es noch in den Supermarkt, damit sie sich mit amerikansichen Süßigkeiten eindecken konnten.

Am Freitagabend sind wir zu einem Highschool-Football Spiel gefahren. Wir waren eine Gruppe aus Austauschschülern, deren Gastgebern und den Fahrern. Abgesehen von mir ist nämlich noch ein anderes Mädchen gefahren.
Dummerweise hat es an diesem Teg richtig stark geregnet. Während dem Spiel am Abend nieselte es zwar nur noch, aber trotzdem hätte man sich besseres Wetter vorstellen können. Besonders hier in Atlanta, wo ansonsten immer die Sonne scheint.
Vor dem Spiel hat eine Schülerin die Nationalhymne gesungen. Sie hatte eine richtig schöne Stimme. Danach haben die Bands der Schulen ihren Platz auf den Tribünen eingenommen und schließlich sind die Teams eingelaufen. Dafür, dass es sich nur um ein Highschool-Spiel handelte, ist das ganz schön viel Tamtam.
Von dem Spiel selber habe ich leider nicht ganz so viel mitbekommen. Genau vor uns stand nämlich eine Gruppe Jugendlicher am Geländer, die uns die Sicht versperrt haben. Wir haben aber wenigstens mitbekommen, dass die Heimmannschaft das bessere Team war und einen Touchdown nach dem anderen gemacht hat, während die Gastmannschaft bloß ein Field-Goal hinbekommen hat.
Da sich unsere Austauschschüler gelangweilt haben und es dem Mädchen unteranderem kalt war, sind wir bloß bis zur Halbzeit geblieben. Die Halbzeitshow haben wir uns trotzdem nicht entgehen lassen. Die Bands beider Manschaften haben etwas aufgeführt. Bei der Heimband hatten die Tänzer zudem Chemiker-Kittel an und es wurden Tafeln mit wissenschaftlichen Formeln aufs Feld gerollt. Die beiden Austauschschüler fanden das ur-komisch und haben sich die gesamte Zeit über, über die Show lustig gemacht.
Leider war mein Handyakku leer. Deswegen habe ich keine Bilder von der Halbzeit, aber am Anfang konnte ich noch ein paar Fotos aufnehmen.
Übrigens – wenn ihr die Bilder anklickt, könnt ihr sie euch vergrößert anschauen!

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Vor dem Spiel wurde die Nationalhymne gesungen!

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Die Fans haben vor dem Anpfiff, Farbpulver in die Luft geworfen!

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Das heimische Team läuft aufs Spielfeld ein! Am Bildrand sieht man einen Teil der Band.

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Das gegnerische Team läuft ein!

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Hier wird gerade ein Spielzug vorgenommen.

Am Samstagmorgen dachte ich eigentlich, dass ich den ganzen Tag für mich hätte. Daher begann der Tag ganz relaxed. Ich habe mich mit meinem allmorgendlichen Vitamindrink auf die Terasse gesetzt und die Ruhe genossen. Bis mein Telefon klingelte. Die Kinder waren ja übers Wochenende beim Vater, aber das Mädchen wollte nicht mit in den Vergnügungspark und hat daher gefragt, ob sie nicht zu mir kommen könnte. Ich habe eingewilligt und kurze Zeit später stand sie schon auf der Matte.
Zuerst sind wir zu meinem Lieblingscafe gefahren und danach ging es shoppen. Wir waren in den selben Läden wie am Wochenende davor. Dort gibt es einfach nur so coole Sachen zu einem richtig billigen Preis.
Abends hatte meine Freundin Grace mich eingeladen, bei ihr zu übernachten. Da die Austauschschülerin nicht beim Vater übernachten wollte und Grace damit einverstanden war, dass sie bei ihr übernachtet, habe ich sie mitgenommen. Bella kam natürlich auch mit. Ansonsten wäre der arme Hund über Nacht ganz alleine gewesen.
Bei Grace haben wir dann einen Filmabend mit Pizza veranstaltet. Auf jeden Fall haben Grace und ich das gemacht. Sie ist in einen Nebenraum verschwunden und hat den gesamten Abend mit Telefonieren verbracht.
Bella war auch beschäftigt – nämlich mit Scheißen. In den 13 Stunden, die wir bei Grace waren, hat sie sage und schreibe vier Haufen gemacht – und das von so einem kleinen Hund. Grace hat es zum Glück mit Humor aufgenommen.
Bella hat mich in der Nacht auch mehrmals durch Bellen aufgeweckt. Wahrscheinlich hat sie Eichhörnchen im Garten erspäht. Ansonsten habe ich aber sehr gut geschlafen.

Am Sonntag bin ich mit dem deutschen Mädchen zu einer Outlet-Mall gefahren. Dort habe ich für mich nichts gefunden, aber sie hat sich eine Uhr von Fossil gekauft. Die Outlets hier sind gar nicht so billig, wie man sich das vorstellt. Da muss man echt an Feiertagen hin, um Schnäppchen zu erwischen.
Weiter ging es zur Kirche. Sie wollte unbedingt mit, um mal eine amerikanische Kirche kennenzulernen. Ich glaube, es hat ihr auch ganz gut gefallen – auf jeden Fall die Musik. Die Band ist an dem Tag aber auch abgegangen und man hat sich mehr wie auf einem Konzert gefühlt als wie in einer Kirche. Besonders wenn alle Leute um dich herum auch abgehen und tanzen und hüpfen. Bei der Predigt, meinte sie, sei sie aber fast eingeschlafen. Dabei war die Predigt mal wieder richtig gut.

Tja, dass war die erste Woche mit den Austauschschülern. Die zweite Woche gibt es dann im nächsten Beitrag, der hoffentlich diesmal früher kommt!

1 Kommentar

  1. Mama

    Hallo meine Mirjam,
    bin immer wieder überrascht, wie toll du deine Zeit in Amerika verbringst. Das du mit den Teens gut klar kommst, hat mich nicht überrascht.
    Ich hätte bei dem Spiel bestimmt auch nicht so viel gesehen, Daniel ist da von seiner Größe auf der sicheren Seite.
    Bei uns hat das Schmuddelwetter auch Einzug gehalten. Es ist jetzt schon den zweiten Tag am regnen.
    So eine 24-Stunden-Krankheit geht ja noch. Letzte Woche war ich krank. Jetzt fängt Papa auch noch an. Und der kann es wahrlich gar nicht gebrauchen.
    Viele liebe Grüße an deine Gastfamilie.
    Mama

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